Märchen über eine ungewöhnliche Freundschaft

„Im Land der gelben Berge“ geht es witzig und tiefgründig zu: Gelungene Kindertheater-Premiere bei Rootslöffel

„Die Geschichte einer fast unmöglichen Freundschaft“ erzählt das Theater Rootslöffel mit Sitz in Nürnberg-Gostenhof in seiner jüngsten Inszenierung – wie immer für die ganz jungen Theaterbesucher.

Im Land der gelben Berge ist Sanyam (Tobias „Gymmick“ Hacker als listiger Sympathikus) so etwas wieder Nachtwächter. Als Mondaufhänger bringt er Nacht für Nacht den mächtigen Himmelskörper in Position, zündet die Sterne an und sorgt dafür, dass Meer kommt und geht. In seiner Freizeit dichtet er und komponiert Lieder – und ist ziemlich einsam. Bis eines Tages unangemeldet die flippige Französin Flirabelle (Katrin Seidl als Diva mit Charme)
in sein Leben tritt: Als Regenmacherin macht sie sich mit ihrer geheimnisvollen Zaubermaschine dran, die Wüste um die gelben Berge herum in urbares Land zu verwandeln. Leider fabriziert sie tagsüber gerne Lärm, was Sanyam ziemlich nervt, weil er da doch schlafen muss. Des Nachts hingegen liegt sie im Bett und will ihre Ruhe, was auch ziemlich doof ist: Denn nach einer kurzen Anlaufzeit findet Sanyam Flirabelle echt prima.
Mit leichter Hand hat Regisseur und Rootslöffel-Chef Frizz Lechner das subtile Märchen über eine Freundschaft mit Anlaufschwierigkeiten auf die Bühne (Dietmar Schleinitz und Sabine Deifel) gebracht. Das Stück funktioniert vom ersten Augenblick an – dank der beiden humorig aufspielenden, jedoch nie in Albernheit abgleitenden Schauspieler, aber auch über die ohrwurmige Live-Musik, die vor Ort mit einfachsten Mitteln umgesetzt wird. Ein wenig mühsam schlägt das begleitende Info eine Brücke hin zu den Themen Integration und Multikulti, was einem gleich schon wieder den Spaß raubt. Braucht’s das? Rein als unterhaltsame wie nachdenkliche und tiefgründige Geschichte über
Freundschaft funktioniert dieser kompakte, mit heller Freude am subtilen Witz gespielte Dreiviertelstünder (ab vier Jahren) ganz prima – für kleine wie große Besucher. Gnad